
Shrinking Coastlines - Obama in Berlin
24. Juli 2008Knapp 25 Minuten dauerte die Rede. Davon waren gefühlte 5 Minuten “Thank you”. Nicht am Ende der Rede sondern gleich als warm up. Barack Obama dankt Berlin, Mörkl, Steynmöyer und Uouereight, womit dann der regierende Bürgermeister sich angesprochen fühlen sollte. Und er dankt Berlin, den Berlinern, der Stadt und er dankt.
Die Kameras schneiden immer wieder ins Publikum. Stolz oder was auch immer werden auch schön viele Schwarze gezeigt. Man könnte glauben, die Berliner Bevölkerung bestehe aus 40% Schwarzen. (Sorry an alle, die sich an diesen Begriff stoßen. Aber “Farbige” geht nun mal gar nicht und sagt IMHO überhaupt nichts aus. Denn “farbig” bin schließlich auch ich.) Also Kamera immer ruff uff die Schwarzen, denn wir sind uns der Farbigkeit des designierten Präsidentschaftskanditen bewusst. (Und ich bin stolz, ein Kerzenhalter zu sein…)
An seiner eigenen familiären Zusammensetzung zeigt er uns den realexistierenden amerikanischen Traum. Wir erfahren heute, dass sein Großvater Koch war, Hausdiener bei Briten. Wie sein Vater die Freiheit liebte und wie sehr er selber Amerika liebt. Wie wir, die wir als Berliner den Traum der Freiheit lieben, genauestens wissen wovon er spreche. Er erinnert an den Moment, als das erste amerikanische Flugzeug in Tempelhof landet. Es folgt ein Konzentrat der gesamten Berliner Geschichte inklusive Marshall-Plan, um in der Wichtigkeit der Partnerschaft mit Deutschland-Ex-Aliierten-Europa abzurunden. Europa ist der wichtigste Partner von Amerika. (Das war sehr charment und ich schätze ein wenig übertrieben. Charmant ist er. Das ist keine Frage.)
Mit den Bürgern der Welt wünscht er eine Partnerschaft, die über die Religionen, Glaubensrichtungen und Farben hinaus geht. Dass es nun heißt, diese vielen Mauern untereinander nieder zu reißen. Und Obama bekennt sich zu einer Welt ohne Nuklearkraft. Hoppla. Interessant.
Natürlich versucht auch er auch sich ein klein wenig einzureihen in die teils gelungenen Äußerungen großer Nordamerikaner in Berlin. Und so kommt dann auch mal “People of the world - look at Berlin!” in Anlehnung an Ernst Reuter. Gott sei Dank bleibt er seiner Sprache treu. Alles andere wäre überflüssig gewesen.
Brücken sollen gebaut werden, die Küsten sollen sich näher kommen und gemeinsam soll der Planet gerettet werden.
Er hat schön geredet. Und die Masse hat brav zugehört. Er will, dass wir uns alle lieb haben, gemeinsam die CO2-Klamotte in Griff bekommen und in einer friedlichen und gerechten Welt leben. Finde ich toll. Die anderen auch. Immer wieder Applaus. Aber er hat auch gleich zu Anfang klar gemacht, dass er nicht als Präsidentschaftkandidat redet, sondern als Bürger dieser Welt. Und als solcher hat er seine Hausaufgaben gemacht und seine Sache an der Goldelse gut gemacht. Überflüssig, zu erwähnen, dass es einem deutschen Politiker wohl nicht (mehr) gelingen wird, eine so wohlwollende Masse zusammen zu rufen.
Es war der einzige öffentliche Auftritt auf seiner “Ich-bin-außenpolitsch-zu-gebrauchen-Tour”. Es sind ca. 200.000 Menschen auf dem 17. Juni gewesen. Er bekommt wieder eine wahnsinnige Publicity vor allem in den USA. Alle werden zuschauen. Alle werden zuhören. Auch die McCain-Nahen, die nach Fehlern von Obama hecheln. Die Medien lieben Obama und das wird bei den Wahlen meines Erachtens ausschlaggebend sein. Denn selbst die, die sich keine Gedanken um ihr Kreuz machen, werden beim Urnengang eher den wählen, von dem sie am meisten gehört haben. Und das ist eindeutig Obama.
All diejenigen, die heute auf der “Obama-Fanmeile” (!!) waren, haben dazu beigetragen, dass dieser charismatische Demokrat eine Stimme mehr erhalten wird.

Wie kann so was passieren? Da äußerte sich der Vorsitzende US-Demokrat Edwards dazu: nicht Obama seine Stimme geben zu wollen, sondern nur Clinton. Betohnung liegt auf nur Clinton… und plötzlich wird er einfach so erschossen… Dieser Komplott stinkt gewaltig!!!
Erschossen wurde Gwatney. Edwards hat nur seine Frau betrogen. Ist dafür aber noch am Leben. Aber dennoch klingt es suspekt.
Daher ein kleines Szenario im “Der Komplott”.