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Nachbars Milch

18. Juli 2008

So ist das nun mit der Milch. Die deutschen Milchbauern streiken und so richtig bekommen wir es als Verbraucher gar nicht mit. Ja, die Milch scheint wohl knapp zu sein. Aber der Einzelhandel hat angekündigt, dass es nicht zu leeren Regalen in den Supermärkten kommen wird.

Und gestern bin ich mal wieder in Windeseile um kurz vor 20 Uhr noch schnell bei Plus rein und fand auch noch eine ganze Palette eingewickelter Milch vor. Etwas umständlich war es zwar, die Folie aufzurupfen, um an das weiße Glück zu kommen. Die Lieferung sah an sich auch etwas ramponiert aus, doch bei einem Billigmarkt ist man ja an die vernachlässigte Warenpräsentation gewöhnt.

Die Gänge noch schnell nach Wein, Pistazien, chilled Food und Käse abgerannt, bis ich perfekt austariert in der kapitalistischen Kassenzone mich ordnungsgemäß einreihe. Verschnaufpause, die Schlange der Kurz-vor-Acht-Shopper ist recht ansehnlich. Als ich endlich meine zukünftige Ware auf das Transportband legen kann, macht mich die Verpackung der haltbaren Sachsenmilch stutzig. Auch die Druckqualität des “Designs” sah verdammt gerastert aus. Die Farben teilweise übersteuert. Und siehe da: “Hergestellt für Sachsenmilch AG (…) von Mlékárna Pragolaktos, blablabla, Tschechische Republik”.

So einfach geht das. Kostet auch nicht mehr als die gute deutsche Milch. Obwohl sie einen viel längeren Weg zurücklegen musste. Und für den Milchkaffe oder neudeutsch Latte Macchiato reichts allemal. Bleibt nur das mulmige Gefühl, mitten in der CO2-Debatte und soviel MeckPomm und Brandenburg vor der Tür unbedingt Sachsenmilch aus Tschechien bezahlen zu müssen.

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