
www.arbeitsagentur.de
27. März 2008Ich durchforste die Jobbörsen. Und wage mich sogar auf die Seite der Bundesagentur für Arbeit vor. Nach dem ersten Klick auf den recht prominenten Button „JobBörse“ öffnet sich eine Seite, die mir klar macht: hier finde ich „gezielt und schnell eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle (…), die den persönlichen Vorstellungen entspricht.“ Das freut mich doch. War es doch der Grund, warum ich auf den größeren Button gerade geklickt hatte. Der immer noch da ist, nun aber nicht mehr anzuklicken ist. Darunter und somit mitten auf der Seite: Ein riesiger Störer, den man professionell ignoriert. Ganz unten dann: „Weiter zur J O B B Ö R S E“. Voller Hoffnung noch ein Klick auf das rudimentär unterstrichene und gesperrte Wort. Jetzt geht es los.
Doch nicht. Jetzt kann ich dann endlich wählen, ob ich Arbeitnehmer oder Arbeitgeber bin. Also ein weiterer Klick und jetzt beginnt es kriminell zu werden. Denn die jetzige Information ist berauschend: „Sie haben die Jobbörse für Arbeit- und Ausbildungssuchende ausgewählt. Folgende Funktionen stehen Ihnen zur Verfügung:
Stellenangebote suchen“
Na, wer hätte das gedacht?
Zusätzlich wird nun die geistige Anregung stimuliert, in dem die bisherige Hauptfenster-Navigation plötzlich in der linken Leiste auftaucht. Es könnte bedeuten, dass das Ziel näher rückt. Ich klicke. (Auf „Stellenangebot suchen“) Das Unfassbare geschieht. Ich lande auf einer Seite, die mich willkommen heißt in der Stellen- und Bewerberbörse der Bundesagentur für Arbeit. Ich bleibe tapfer – obwohl, leide ich an Amnäsie? Hatten wir das nicht schon? Die linke Navigationsleiste ist im Übrigen wieder verschwunden. Im Hauptfenstererscheint erscheint die Alternative „Arbeitgeber“. Ich klicke auf auf „Arbeit- und Ausbildungssuchende“. Und zweifele an der Wahrheit: „Sie haben die Jobbörse für Arbeit- und Ausbildungssuchende ausgewählt. Folgende Funktionen stehen Ihnen zur Verfügung:
Stellenangebote suchen“
Nun glauben Sie mal gar nicht, dass ich die unterstrichene und gefettete „Stellenangebote suchen“ anklicken kann. Ein Anflug von Panik wirbelt sich einmal entlang an der Innenseite meiner Rippen. Links! die Navigation ist wieder links! Links steht erneut „Stellenangebote suchen“ und im Hover verwandelt sich die Pfeilspitze in eine kleine rechte Hand. Ich werde im Kreis geführt und gleich ist mir schwindelig. Ick klicke erneut und nach nur nutzerfreundlichen sechs Klicks öffnet sich in einem neuen Tab die Arbeit- und Ausblidungsstellen-Suchmaske der Bundesagentur für Arbeit. Einsatz der Bläser. Und der Computer ist zusammengebrochen.
Die Suchmaske, my dear, ein anderers Mal. Auch wenn im Zugang zur Jobbörse sich offenbar ein Quartals-Bug austobt: Die Suchfunktion gibt einen Einblick frei in die Strukturen beamtlicher Daten-Archivierung. Das ist tatsächlich ein Kapitel für sich.
Wie heißen eigentlich die Verbrecher, die für die Arbeitsagentur-Seiten Geld bekommen haben?
Jaja, diese Ämter und ihre verzweifelten Onlineversuche. Wo früher ein Formular war, da sind jetzt 15 Klicks. Klick x Formular = wunderbar. Ein weiteres Beispiel: Das Finanzamt und die Elster. Gerade Klickerei beendet und das ist nachzulesen bei jubuh.wordpress.com.
Es grüßt die Banknachbarin :-)