
Für’n Ar**fiiiiiep*
19. März 2008So ist das nun mal. Dozent: „Schreibt mal irgendwas. Aber unterhaltet mich dabei und informiert mich obendrein.“ (Anschließend gewinnt ihr dann bitte noch den Putlitzerpreis mit euren Ergüssen.) Da wird nonchalant eine Abwandlung des ultimativen Kommunikationsparadoxons* in den Raum geworfen und –schwupps- ist es aus mit der spontanen Kreativität. (Das Sternchen können Sie anklicken, dann erfahren Sie rudimentär etwas zum gemeinten Paradoxon.) Die bei der Themensuche gegoogelten Begriffe wie „Butterstulle“, „Maus“, „Yerba Mate“ und „Topo Gigio“ (japanische Marionettenmaus, die in den 70er Jahren in den drei Amerikas Einzug gehalten hat) warfen nur weitere Frustration auf.
Der Text.
Und somit bin dann eben nur ich entstanden. Ein Blindtext. Sinnentleert wie mein Erzeuger mit wenig Hoffnung auf ungeteilte Aufmerksamkeit bis zum Schlusspunkt. Dumm nur, dass von mir eine Bewertung abhängt. Weiß ich doch, dass meine Geschwister sich sehen lassen können und ich nicht viel zu bieten habe. Horribel gap. Plumps.
Was soll’s. Ich soll lang werden und Besucher habe ich auf dieser Seite keine, also werde ich auch niemanden vergrätzen können. Mein ganzes Umfeld ist eine Illusion. So wie ich auch nur die Illusion von Inhalten transportieren soll. Sie dabei gleichzeitig bei der Stange zu halten wird eine echte Herausforderung. Ich sage Ihnen auch besser nicht, welche Zeichenanzahl der Dozent angesetzt hat. Dann zappen Sie sofort weiter. Sie sollen aber nicht vollends leer ausgehen. Sie werden den zarten Flügelschlag oder besser den Hauch einer von eben dieses Flügels fallenden Feder eines Informationsgefühls erhalten. Daher: Bleiben Sie tapfer, setzen Sie den Helm auf, überwinden Sie Ihren Ekel und lesen Sie weiter.
Zurück zum ursprünglichen Thema. Einige Blindtexte sind ja echte Blender. Sie gaukeln Weltgewandtheit vor und trotzen mit gefälschtem Latein. Lorem ipsum zum Beispiel. Von wegen. Noch viel leerer als dieser Text, den Sie schon immerhin bis hierher gelesen haben. Leer, leerer, am Leersten.
Dabei ist der Pseudo-Doktor Ipsum überhaupt nicht tauglich für einen anschaulichen Blindtext. Zumindest nicht für einen deutschen Text.![]()
Frau Dr. P. Latzhalter vom Bundesinstitut für deutsche Blindtexte in der Gestaltung: „quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit und so weiter klingt sehr gut. Gleichzeitig sind die Wortlängen auch durchaus an den deutschen Wortlängen angelehnt. Allerdings sollte zur Gestaltung eines Layouts darauf verzichtet werden, diesen Text zu verwenden. Absolut unzureichend repräsentiert werden die immer wieder auftauchenden Majuskeln innerhalb eines deutschen Textes.“ Da haben Sie es. Ich bin einfach der bessere Blindtext. Auch wenn ich von den romanischen Sprachen nur spanisch kann. Das dafür aber richtig. Por que tambien había pensado de ser un artículo sobre la yerba argentina. Lo que sucede con un texto español es lo mismo que con el famoso lorem ipsum. (La mierda, como me costó encontrar la puta ñ…) No tiene mayúsculas. Also taugt für einen deutschen Layout-Test auch kein spanischer Text. Daher geht es wieder weiter auf deutsch. Perche il mio italiano solo basta per ridere e non per scrivere. Et mon francais c’est jusquement n’est pas là. Ana mafish kelim arabic quais.
Weiter im Blindtext: Der Megahammer ist ja der Blindtext „Produkt-Aussage“ bei den Blindtext-Sammlern von New Media Designer. Da hat sich die faule Sau doch einfach zig Mal selbst reproduziert. Das ist ja voll easy. Zwar immerhin auf Deutsch aber gerade mal vier nörgelnde Sätze lang. Und dann ist Schluss. Dann geht es wieder von vorne los. Das kann ja nichts taugen. Bei welchem Text bitte kommt alle vier Sätze der gleiche Reim. Da hilft auch nicht die vorhandene Groß-/Kleinschreibung weiter.
Mir egal. Ich habe eine andere Aufgabe zu erfüllen. Dem Dozenten zu gefallen. Dafür muss ich hübsch ein paar Links umarmen und Zappelbilder zur Verfügung stellen. Ersteres ist bereits geschehen. Tricky wird es mit passenden Filmchen. Der Stein der Rosetta könnte helfen. Würde thematisch nicht wirklich reinpassen aber ich bin ja auch ein sinnloser Text. Warum also nicht auch ein sinnloser Link. Ich gehe mal auf die Suche. *schab* *wühl* *kram*
Da bin ich wieder. Na prima, bis auf ein dreieinhalbminütiges Talking-Head-Video über die Geschichte des Rosettasteins gibt es 265 Videos zu einer gleichnamigen Software. Computerfuzzis werden glauben, dass dieser Software-Hersteller der Erfinder der Rosette ist. Des Steins von Rosetta, natürlich. So wie einge Nicht-mehr-Teenies glauben, dass American Pie von Madonna ist.
Hier also der nicht blinde Link zu einem echt interessanten Textstein: (Zur Erinnerung: Das Video ist über 3′50″ lang, ein englischer Vortrag über den Stein. Sie müssen nicht klicken.)
Okay, Sie konnten es nicht lassen. Egal. Das Video ist ja nur da, um zu zeigen, dass ich mit copy & paste umgehen kann. Kann ich. Trotzdem. Hier gleich noch ein Mal der Beweis mit einem Video, das bei DuRöhre unter „Blindtext“ abgespeichert wurde. Obwohl ich als anständiger Blindtext bei nachstehendem Video natürlich ein Veto einlegen muss. Der Text im Video kein echter Blindtext. Trotzdem. Dieses Video ist nur ganz kurz und zaubert vielleicht ein Lächeln auf Ihr Gesicht. Wenn Sie ja schließlich schon so tapfer sind und mir bereits bis hier hin gefolgt sind.
Haben Sie weiter oben eigentlich die eingebauten Verlinkungen im blinden Fließtext gesehen? Das war auch Teil der Aufgabe. Besonders stolz bin ich auf das Foto von Frau Dr. P. Latzhalter. Das ist nämlich verlinkt zu der Wikipedia-Seite von Frau Erika Mustermann. Leider hatte der Fotograf bei dem Interview weder Film noch Speicherkarte dabei. Daher kann ich Ihnen hier kein Bildnis von der tatsächlichen Frau Doktor zur Verfügung stellen. Allerdings ist Frau Mustermann ja Expertin in der Default-Darstellung.
So. Und nun kommt der echt frustrierende Teil. Die Pointe. Und jetzt tut es mir wirklich total leid. Aber ich bin nun mal ein Blindtext. Und Blindtexte haben eine Aversion gegen Pointen. Weil wenn schließlich eine Pointe drin wäre, dann würde die Stiftung deutscher Blindtexte mich aus ihrer Förderliste streichen. Ich stünde nicht mehr als staatlich anerkannter Inert-Text dar, sondern wäre zusätzlich auch pleite. Sicherlich dürfte ich dann auch nicht mehr auf dieser Seite stehen, würde also obendrein auch noch mein soziales Umfeld verlieren. Die Illusion wäre im Eimer. Dann bliebe nichts anderes als der Papierkorb.
Salü.
Die im Text eingebauten Links nochmal aufgedröselt: (Damit Ihnen nicht meine Seite verloren geht, öffnen sich sämtliche Links in einem neuen Fenster.)
Kommunikationsparadoxon
Der Text Lorem ipsum bei den New Media Designern
Die Seite von Frau Erika Mustermann bei Wikipedia
Der Text von den New Media Designern zur Produkt-Aussage
Und wie es denn so aussieht in dem Land aus dem ich komme lesen Sie hier. (Der Text hinter diesem Link stammt nicht von mir.)
Das Textende
Und unser Doz hat sich derweil einen Gemütlichen gemacht. Möglicherweise hat er aber an etwas gearbeitet. Sicher. Er gehört ja zu den Blog-Gurus der Nation. Vielleicht hat er aber auch einen Artikel für XY geschrieben. Somit hätte er mal flott zwei Honorare parallel kassiert. Mir soll es recht sein. In einer Stunde ist Feierabend. Und ich habe jetzt auch wohl endlich die gewünschten 6.000 (in Worten Sechs Tausend!) Zeichen voll bekommen. Und wenn Sie es tatsächlich bis hier hin ausgehalten haben, dann können Sie jetzt auch wieder den Helm abnehmen. Sich selbst auf die Schulter klopfen und sich zu recht sagen: Dat war wohl für’n Ar**fiiiiiep*.